Reflexion Konflikte
1. Weshalb habe ich das Modul Umweltmediation gewählt? Wurden meine Erwartungen erfüllt? Fehlt noch etwas?
Ich habe das Modul Umweltmediation gewählt, weil ich überzeugt bin, dass es mir beruflich langfristig nützlich sein wird – gerade in Bereichen, in denen viele Akteure mit unterschiedlichen Interessen aufeinandertreffen. Konflikte gehören zum Alltag, und ich wollte lernen, wie man professionell, ruhig und lösungsorientiert damit umgeht. Vor dem Modul hatte ich noch nie konkret etwas von Umweltmediation gehört, aber gerade das hat meine Neugier geweckt. Psychologische und verhaltensbezogene Themen interessieren mich allgemein sehr, deshalb fand ich es spannend zu erfahren, wie Konflikte entstehen und wie man sie aktiv begleitet.
Das Modul hat mir bereits einige neue Perspektiven eröffnet und ich habe Tools kennengelernt, die mir auch im privaten Alltag helfen können. Was mir allerdings noch fehlt, ist der stärkere Bezug zur Umwelt selbst. Viele Übungen und Inhalte haben sich bisher mehr mit allgemeinen Kommunikations- und Konfliktfähigkeiten beschäftigt. Das ist zwar essenziell – aber ich hätte mir gewünscht, dass Umweltkonflikte (z. B. Klimapolitik, Naturschutz, Raumplanung) noch konkreter im Zentrum stehen. Gerade gestern war das Thema „Umwelt“ kaum präsent. Ein stärkerer inhaltlicher Bezug zu Umweltthemen würde dem Modul noch mehr Tiefe geben – gerade auch im Hinblick auf die reale Anwendung.
2. Online verhandeln – wie hilfreich war diese Übung im Vergleich zu einem echten Rollenspiel?
Ich fand die Online-Verhandlungsübung überraschend hilfreich. Einer der grössten Vorteile für mich war, dass ich keine Hemmungen hatte, einfach loszulegen oder auch mal eine „komische“ Frage zu stellen. In einem echten Rollenspiel mit anderen Teilnehmenden bin ich oft vorsichtiger und überlege länger, bevor ich etwas sage. Online fühlte es sich ungezwungener an. Ich konnte mich ausprobieren, spontan reagieren und bekam direkt konstruktives Feedback, ohne Angst, jemanden zu verunsichern oder zu stören.
Besonders angenehm fand ich die Möglichkeit, Dinge zwischenfragen zu können oder Gedankengänge zu unterbrechen – was in einer echten Situation manchmal unhöflich wirken würde. Der digitale Raum hat mir dadurch mehr Flexibilität gegeben. Natürlich gibt es auch Nachteile: Körpersprache, Mimik und Emotionen fehlen online fast vollständig – das sind aber wichtige Elemente bei echten Konflikten. Und die Interaktion mit echten Menschen bringt natürlich mehr Dynamik, spontane Reaktionen und auch emotionale Tiefe. Deshalb sehe ich das Online-Format eher als Ergänzung, nicht als Ersatz für Rollenspiele in Präsenz.
3. Habe ich mein Konfliktverhalten bereits verändert?
Ich würde sagen: ja, mein Konfliktverhalten hat sich bereits verändert – zumindest in kleinen, aber spürbaren Schritten. Ich beschäftige mich auch ausserhalb des Moduls viel mit psychologischen und Verhaltensthemen. Ich führe ein Journal, lese Bücher über zwischenmenschliche Kommunikation und reflektiere viel über mein eigenes Handeln. Dadurch war ich bereits relativ gut darin, mich selbst zu beobachten und in schwierigen Situationen nicht sofort zu reagieren.
Durch das Modul habe ich jedoch gelernt, Konflikte noch strukturierter anzugehen: bewusster zuzuhören, gezielter nachzufragen, eigene Urteile aufzuschieben und eine Haltung der Allparteilichkeit einzunehmen. Besonders der Gedanke, dass es in der Mediation nicht um das „Gewinnen“ geht, sondern um das Verstehen und gemeinsame Lösungen, hat mich geprägt.
Natürlich ist es im Alltag nicht immer leicht, das Gelernte direkt umzusetzen – vor allem in emotional aufgeladenen Situationen. Aber ich merke, dass ich mich selbst schneller „zurückholen“ kann, wenn ich merke, dass ich reagiere statt zu reflektieren. Um das weiter zu festigen, wünsche ich mir noch mehr praktische Übungen – gerne auch mit konkretem Umweltbezug.
AntwortenLöschenLiebe Sophie,
vielen Dank für deinen Blogbeitrag zur Reflexion über Konflikte. Ich schätze es sehr, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Modul Umweltmediation klar und strukturiert zu schildern.
Es freut mich zu lesen, dass das Modul deiner Neugier für psychologische Themen entsprochen hat und dir bereits neue Perspektiven eröffnet hat. Besonders betonen möchte ich deine Offenheit beim Umgang mit Konflikten. Deine Einsicht, dass Konflikte Teil des Alltags sind, und dein Streben, professioneller und lösungsorientierter damit umzugehen, entsprechen den Kernkonzepten der Mediation. Du hast aktiv zugehört, Fragen formuliert und beobachtet, wie wichtig eine strukturierte Gesprächsführung ist – das finde ich sehr positiv.
In deinen Ausführungen zur Online-Verhandlungsübung hast du relevante Punkte angesprochen. Deine Bemerkung, dass dir das ungezwungene Fragenstellen in einem digitalen Raum mehr Freiraum gegeben hat, zeigt ein gutes Verständnis für die Bedeutung einer offenen und respektvollen Kommunikation. Hier wäre es spannend, in Zukunft mehr spezifische Techniken des aktiven Zuhörens oder der Ich-Botschaften zu integrieren. Das bewusste Formulieren von Ich-Botschaften, um deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, wäre ein kraftvolles Werkzeug in emotional aufgeladenen Situationen.
Deine Reflexion über die Veränderung deines Konfliktverhaltens ist ebenfalls beeindruckend. Du sprichst von strukturiertem Zuhören und dem Aufschieben von Urteilen, was direkt mit den Konzepten der Allparteilichkeit und der lösungsfokussierten Mediation verbunden ist.
Ein Vorschlag wäre, in deinem Journal nicht nur deine Beobachtungen festzuhalten, sondern auch konkrete Situationen zu reflektieren, in denen du bestimmte Mediationstechniken angewendet hast oder anwenden möchtest. Das gezielte Üben von Fragetechniken, wie z.B. zirkuläre Fragen oder lösungsfokussierte Fragen, kann dich ebenfalls unterstützen.
Abschließend danke ich dir für deine Rückmeldung zu den Unterrichtsmethoden. Es ist mein Ziel, die Inhalte so zu gestalten, dass sie sowohl praxisnah als auch relevant für deine zukünftige Anwendung sind.
Ich freue mich auf deine weiteren Fortschritte und Reflexionen!
Liebe Grüsse,
Petra
Liebe Sophie
AntwortenLöschenVielen Dank für deinen spannenden Blogbeitrag. Meine Wahrnehmung des Moduls deckt sich bei vielen Dingen mit deinen Ansichten. Ich freue mich, hat sich dein Konfliktverhalten bereits in kleinen Schritten verändert.
Das Pro-Argument fürs online verhandeln, dass man hemmungsloser schreiben kann, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich fand dieses Argument sehr spannend und bereichernd.
Ich freue mich bereits auf deinen nächsten Blog!
LG, Cyra
Vielen Dank für deinen reflektierten Beitrag. Deine Sichtweise, dass dir der psychologische Zugang hilft, Konflikte bewusster zu begleiten, finde ich sehr inspirierend. Auch ich wünsche mir mehr direkten Umweltbezug im Modul, da teilen wir ähnliche Erwartungen. Ich finde toll, wie strukturiert du Konflikte bereits angehst und wie klar du das Prinzip der Allparteilichkeit verinnerlicht hast. Es ist super, dass du dich bereits so aktiv mit dem Thema auseinandersetzt.
AntwortenLöschenLiebe Sophie
AntwortenLöschenDein Beitrag hat mir sehr gut gefallen – vor allem, weil er eine ruhige, reflektierte Stärke ausstrahlt. Deine Haltung zur Mediation wirkt sehr durchdacht, und ich fand es spannend zu lesen, wie du bewusst deine eigenen Reaktionen beobachtest und daran arbeitest, sie gezielt zu steuern. Besonders beeindruckt hat mich dein Satz, dass du dich „zurückholen“ kannst – das zeigt eine echte innere Reife im Umgang mit Konflikten. Auch deinen Wunsch nach mehr konkretem Umweltbezug im Modul kann ich sehr gut nachvollziehen. Mir ging es ähnlich: Viele der Inhalte waren sehr hilfreich, aber manchmal hatte ich das Gefühl, wir sprechen eher über generelle Kommunikation als über echte Umweltverhandlungen.Vielen Dank für deinen Beitrag – ich nehme einige Denkanstösse mit!